MD Marathon 2008 (3)
Bei Kilometer elf versuchte ich unsere Gruppe zu bewegen, auch in den Wind zu gehen. Ein Lauffreund verwies nur auf meinen guten Windschatten. Bei anderen Läufen war er immer weit vor mir. Jetzt wusste ich, dass ich doch nicht so schlecht sein konnte. Nachdem die Halbmarathonis bei km 13 abbogen bestand unsere Gruppe nch aus zwei Leuten – Ingo und mir. Vor uns niemand, hinter uns niemand, machten wir uns auf den Weg zur Trogbrücke.
Seite an Seite liefen die Kilometer an uns vorbei. An den Verpflegungsstellen nahm ich nur Tee und war deutlich schneller als Ingo. Einmal bekippte ich sogar eine nette Helferin, die mir einen Becher reichte. Ich hatte bis dahin keine Probleme sein Tempo zu adaptieren und wartete an den Getränkestellen.
Alleine wäre man hier wohl verloren und würde das Tempo verschleppen.
Schwere Phasen überwindete ich mit einem Can you feel it. Dem gleichmäßigen Schritt auf dem Elberadweg musste jetzt eine hohe
Frequenz hinauf zum Weinberg folgen. Die dortige Halbmarathonmarke passierten wir bei 1:23, nur eine Minute über meiner Bestzeit. Langsam merkte ich, dass Ingo wohl stärker war. Mir war aber auch klar, dass der Abschnitt über die Trogbrücke allein
schwer zu laufen sein würde. Und so war mein Ziel die Gruppe bis zur Rückkehr auf den Elberadweg laufen zu lassen. Die Rampen
hinauf auf die Trogbrücke waren ein erstes Zeichen der bevorstehenden Aufgabe. Nun ging es einen Kilometer entlang der
Trogbrücke im Wind und dann zurück.
Hier standen auch einige Läufer aus meiner Laufgruppe (Jürgen, Helmut und Jenne). Inzwischen waren wir Fünfter und Sechster.
Und es ging wieder auf den Elberadweg. Magdeburg im Blick war es eine Frage der Zeit, wann ich das Tempo von Ingo nicht mehr halten konnte. Die Verpflegungsstelle in Lostau passierten wir noch gemeinsam. Bei Kilometer 33 war es dann soweit. Ich verabschiedete mich mit einem Viel Glück und ließ mich zurückfallen. Unsere Durchgangszeit bei Dreizig war 1:59. Marco hatte
bei seinem Lauf 2:00 gehabt. Ich musste also nur noch einen fünfer Schnitt verwalten. Das klappte auch bis Kilometer 36 ganz
gut. Allerdings musste ich die Verpflegungsstelle in Gerwisch gehen. Aber dann ging auf einmal nichts mehr. Zwischenzeitlich
war ich mir sicher meinen Traum zu schaffen – sollte er jetzt aber wie sonst zerplatzen. Eigentlich hatte ich noch Zeit, dachte
ich zumindest. In Wirklichkeit konnte mir aber nur ein Wunder helfen. Nachdem ich aus dem kleinen Wäldchen am Abzweig
Herrenkrug herauskam, feuerte mich eine junge Frau an. Komm. Du kannst doch jetzt nicht gehen. Du bist Achter. Sie begleitete
mich kurzerhand mit dem Fahrrad.

